Soldat


Nimmst das Gewehr in die Hand
Bereitest dich vor
Kämpfst für dein Land
Läufst durch das Tor

Läufst raus in die Welt
bis auch der letzte Feind
durch deine Schüsse fällt

Beweist, wie gut du bist
kämpfst gegen ihn
zeigst ihm, dass du stärker bist
und er kriecht vor dir auf Knien

Er fleht dich an
Lässt ihn nicht entkommen
Bist ein Mann
Hast ihm sein Leben genommen

Hast so viele erschossen
Du hast sie nie gezählt
Guckst ganz verdrossen -
vom Gewissen gequält

Du hast es ja nicht für dich getan
Sondern für dein Vaterland
Du willst in die Heimat fahr’n
Dort bist du bekannt

Wirst gefeiert und verehrt
Alle rufen dich
„Der Soldat der wiederkehrt“
keiner kennt dein wahres Ich

Hast Kinder und Frau
und Hof und Haus
und weißt nicht genau
wie siehts dort aus

Ist alles wie vorher
sind sie noch da
Du kommst immer näher
und langsam wird klar

Auch hier war Krieg
die Bomben sie fielen
nichts, was erhalten blieb
dein Haus war eins von vielen

Du hast die ganze Zeit
nur an sie gedacht
gingst viel zu weit
und hast viel Leid durchgemacht

Hast auch Familien vernichtet
und den Bomber geflogen
Stolz von all deinen Taten berichtet
Und nichts war gelogen

Jetzt erfährst du das Leid
wie viele andere auch
Trauer macht sich breit
und du hast Wut im Bauch

Doch wer soll das verantworten
„So ist halt der Krieg“
sagtest du selbst an verschiedenen Orten-
Es gibt nie einen Sieg

Wusstest du doch nicht
wolltest doch nur stark sein
jetzt sieh dein dummes Gesicht
möchtest am libsten schreien



Und nicht mal für den Staat
hat sich der Krieg glohnt-Soldat



Ein Soldat stirbt nicht
Ein Soldat stirbt nicht,
er wird nicht vergast, nicht verbrannt und nicht zermatscht.
Er krepiert nicht mit herausquellenden Augen und
weitaufgerissenem Maul nach Luft saugend.
Er endet nicht tierisch schreiend und
sich epileptisch am Boden wälzend als lebende Fackel.
Er versucht nicht, schwerverletzt und panisch robbend
den alles zermalmenden Panzerketten zu entkommen.
Ein Soldat hat keine Angst, keine Schmerzen.
Ein Soldat stirbt nicht,
er fällt.


Auf dem Schlachtfeld der Ehre, da lag der Soldat
tödlich verwundet, den Krieg hatte er satt.
Er zog das Messer um sich selbst zu befreien
vom tödlichen Schmerz in Brust und Bein.

Da sprach das Leben: "Halte ein!
Dies kann doch nicht das Ende sein?
Richte das Messer nicht auf dich,
du richtest es damit auch auf mich! "

Da stockte der Soldat, sein Herz wurde weich
sprach da jemand oder war dies ein Streich?
Wie auch immer, vielleicht sollt es nicht sein
mit müder Hand steckte er das Messer wieder ein.

"Nun so wart doch", sprach der Tod.
"Sich zu befreien ist doch kein Verbot.
Nimm das Messer und setze es an,
ich halt meine Arme offen, und du legst dich hinein".

Da überlegt der Soldat, was sollte er tun,
Leben oder sterben hm, was nun?
"Jetzt sag schon Leben, denn dies war der Tod
kannst du mir geben was er mir bot? "

Da sprach das Leben: "Die letzte Stunde biete ich dir
ohne Schmerz und Pein
du wartest und genießt dann schläfst du bald ein. "

Da wählte er das Leben und lebte ohne Pein noch ne Stund
die letzten Worte kamen aus seinem Mund: "Nun komme ich zu dir lieber Gott
die Schlacht gewann das Leben, doch denn Krieg der Tod. "

 
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